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Großstädte in Deutschland - Schwerin

Schwerin ist eine Stadt im Norden Deutschlands. Sie ist die Landeshauptstadt (die kleinste Deutschlands) und nach Rostock zweitgrößte Stadt sowie eines der vier Oberzentren des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Nächst größere Städte sind Lübeck ca. 54 km nordwestlich, Rostock ca. 69 km nordöstlich und Hamburg, ca. 94 km westlich. Die Einwohnerzahl der Stadt Schwerin überschritt 1972 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Inzwischen ist die Einwohnerzahl jedoch wieder unter diese Grenze gesunken.

Geografie

Schwerin liegt im Westen des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern in der mecklenburgischen Seenplatte, am Südwestufer des Schweriner Sees in einer wunderschönen, waldreichen Seenlandschaft. Neben dem Schweriner See befinden sich im Stadtgebiet folgende Seen: Heidensee, Ziegelsee, Medeweger See, Lankower See, Ostorfer See, Fauler See, Neumühler See, Burgsee, Grimkesee, Kleine und Große Karausche (es kursiert allerdings immer öfter die Annahme, in Schwerin befänden sich nur sieben Seen).

Wappen

Beschreibung: In Blau ein schreitender goldener Reiter, in der Rechten eine Lanze, mit daran befestigter dreizipfliger Fahne, in der Linken einen Schild tragend. Auf dem Schild ein goldener zum Sprung ansetzender Löwe. Das Wappen ist bereits auf einem Siegel aus dem Jahr 1255 nachweisbar.

Geschichte

Schwerin wurde 1160 durch den Welfenherzog Heinrich den Löwen gegründet. 1167 wurde sie Sitz einer Grafschaft, die 1358 an das Herzogtum Mecklenburg überging. Seit dem 15. Jahrhundert war Schwerin Residenzstadt des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin, das bis 1918 bestand. Zwischen 1763 und 1837 war jedoch Ludwigslust Residenzstadt. Schwerin wurde auch bald Sitz eines Amtes, aus dem 1935 der Landkreis Schwerin hervorging, der bei der jüngsten Kreisreform 1994 aufgelöst wurde. Sie selbst wurde eine kreisfreie Stadt. Nach 1918 war Schwerin Hauptstadt des Freistaates Mecklenburg-Schwerin und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Sitz des Landes Mecklenburg, zu dem seinerzeit bereits der westliche Teil Pommerns gehörte. Nach Auflösung der Länder in der DDR 1952 wurde Schwerin Bezirkshauptstadt des Bezirks Schwerin und 1990 wurde Schwerin erneut Landeshauptstadt des nunmehr Mecklenburg-Vorpommern bezeichneten Bundeslandes.

Religionen

Die Bevölkerung der Stadt Schwerin gehörte anfangs zum Bistum Schwerin und war Sitz eines eigenen Archidiakonats. Zum Domstift gehörten neben dem Probst und dem Dekan noch 10 später 12 Domherren. Herzogin Anna von Mecklenburg, Gemahlin von Herzog Albrecht stellte 1524 einen evangelischen Hofprediger ein, zwei Jahre später gab es in Schwerin die erste öffentliche evangelische Predigt und 1533 wurde ein eigenes kleines Kirchlein errichtet, das jedoch alsbald wieder verfiel, weil sich bis 1548 das Franziskanerkloster auflöste und die Gemeinde die Kirche nutzen konnte. Bereits 1534 wurde in der Nikolaikirche evangelisch gepredigt und ab 1538 war die Stadt bereits protestantisch. Bis 1554 wurde auch im Dom evangelisch gepredigt so dass Schwerin über eine lange Zeit eine protestantische Stadt war. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Die Stadt war als Residenzstadt von Mecklenburgs auch Sitz der Kirchenleitung. Auch nach Vereinigung der beiden mecklenburgischen Länder blieb Schwerin Sitz der vereinigten mecklenburgischen Landeskirche. Heute gehören die Kirchengemeinden der Stadt zur Propstei Schwerin-Stadt innerhalb des Kirchenkreises Wismar der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs.

Um Herzog Christian Louis, der 1663 aus politischen Erwägungen zum Katholizismus übertrat, scharten sich einige Anhänger und 1709 gründeten die Jesuiten in Schwerin eine Missionspfarrei. Die offizielle Anerkennung des katholischen Gottesdienstes seit der Reformation erfolgte im Jahr 1732. Es dauerte aber noch bis 1795, als die Gemeinde ihre eigene Kirche, die heutige Propsteikirche (seit 1967) St. Anna erhielt. Danach wuchs die Gemeinde und zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in ganz Mecklenburg bereits knapp 500 Katholiken. Neben Schwerin entstanden bis 1900 auch in Ludwigslust, Neustrelitz und Heiligendamm eigene Kirchen. Die Gleichstellung mit der protestantischen Kirche erfolgte 1903. Aus der St. Annen-Gemeinden entstanden in den 1970er Jahren die St. Martin und die St. Andreas-Gemeinde. Die Pfarrgemeinde Schwerin gehörte - wie ganz Mecklenburg - zunächst zum Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen, dessen Jurisdiktion dauernd mit dem Bischofsstuhle zu Osnabrück verbunden war. 1930 wurde das Gebiet offiziell Teil des Bistums Osnabrück (Dekanat Mecklenburg). 1941 wurde das Dekanat Mecklenburg in einen westlichen, einen mittleren und einen östlichen Konferenzbezirk aufgeteilt. Durch die Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es immer schwieriger für den Osnabrücker Bischof, seine Amtsgeschäfte in Mecklenburg wahrzunehmen. So entstand 1946 das Bischöfliche Kommissariat Schwerin, aus dem 1973 das Bischöfliche Amt Schwerin mit einem Apostolischen Administrator als "residierenden Bischof" hervorging. Dieses ging nach Gründung des Erzbistums Hamburg 1995 in dieses neue Erzbistum über. Die Pfarrgemeinden der Stadt Schwerin gehören somit heute zum Dekanat Schwerin des Erzbischöflichen Amtes Schwerin innerhalb des Erzbistums Hamburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin

Museen

  • Staatliches Museum Schwerin
  • Technisches Landesmuseum
  • Stadtgeschichtsmuseum
  • Freilichtmuseum Schwerin Mueß

Bauwerke

  • Schweriner Schloss (Wahrzeichen der Stadt) mit Altem Garten
  • Altstädtisches Palais
  • Arsenal
  • Fernsehturm Schwerin-Zippendorf
  • Kollogiengebäude
  • Neustädtisches Palais
  • Marstall
  • Rathaus
  • Schelfstadt mit Schelfkirche
  • Schleswig-Holstein-Haus
  • Schweriner Dom
  • Schleifmühle

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Zoo
  • Weiße Flotte

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Mai: Jobparade; Film-Kunst-Fest Schwerin, Töpfermarkt, Flottenparade
  • Juni/Juli: Schlossfestspiele
  • Juli: "Fünf Seen Lauf" - Größtes Volkssportereignis in Mecklenburg-Vorpommern, einer der 10. beliebtesten Läufe Deutschlands, immer am 1. Wochenende im Juli www.fuenf-seen-lauf.de
  • August: Drachenbootfest, Altstadtfest
  • September: Zehnkampf für Jedermann, Weinfest
  • Oktober: Interkulturelle Wochen
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende bedeutende Personen sind in Schwerin geboren:

  • 1756, 10. Dezember, Friedrich Franz I., † 1. Februar 1837 in Ludwigslust, Fürst und Großherzog von Mecklenburg-Schwerin 1785-1837
  • 1857, 8. Dezember, Johann Albrecht zu Mecklenburg, Regent von Braunschweig, † 16. Februar 1920 in Willigrad, Regent von Mecklenburg-Schwerin 1894-1901
  • 1895, 30. Januar, Wilhelm Gustloff, † 14. Februar 1936 in Davos (Schweiz), 1932 bis zu seiner Ermordung NSDAP-Führer in der Schweiz
  • 1912, 30. Juni, Ludwig Bölkow, Industrieller (Gründer der Fa. Bölkow Entwicklungen KG, die 1968 mit Messerschmidt und 1969 mit Blohm (seither: MBB) fusionierte)
  • 1918, 2. Januar, Gudrun Zapf-von Hesse, Typographin und Buchbinderin
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